Im Frühsommer 2002 versuchte mein Frauchen mit mir eine jagdliche Ausbildungsmöglichkeit zu bekommen. Da mein Frauchen zu diesem Zeitpunkt noch keinen Jagdschein hatte, gestaltete sich die Suche schwierig. Durch eine zufällige Bekanntschaft beim Hundefuttereinkauf gelang es Kontakt zum JGHV Hubertus Dinslaken aufzunehmen. Auf dem Übungsgelände absolvierten wir jeden Donnerstag unser Training zur HZP (Herbstzuchtprüfung).

Dank der guten Ausbilder und meinem Frauchen, die mich mit der nötigen Konsequenz, aber ohne die streng disziplinären zwanghaften Methoden, sondern eher settergemäß, auf Basis verhaltensbiologisch orientierter Hundeerziehung, ausbildete. So machte die Ausbildung richtig Spaß. Positive Verstärkung durch Lob oder Belohnung statt Gewalt und Willkür fördert die Lernwilligkeit. Das Apportieren lernten wir bis zur Verlorensuche im Wasser erst mit dem Apportierdummy und begannen erst dann mit dem Apportieren von Wild. Die ersten Schleppen wurden gelegt und ich habe mein Frauchen nie enttäuscht. Die Wasserarbeit war anfangs nicht sehr zufriedenstellend, da ich im Winter, als junger Hund, keine Gelegenheit hatte mich mit dem nassen und kaltem Element anzufreunden. Aber mein Frauchen ging mit mir nachdem die Temperaturen verträglich waren, immer wieder schwimmen und so lernte ich auch mit diesem Element umzugehen und fand es dann auch richtig Klasse. "Gentlemanlike" betrat ich immer das Wasser, da man ja nie weiß was für Gefahren unter der Wasseroberfläche lauern. Leider kam die Feldarbeit in der Ausbildungsphase etwas zu kurz, aber welcher Revierinhaber stellt sein Revier für teils noch sehr ungehorsame Hunde zu Verfügung. So übten wir erst mal immer gegen den Wind eine Wiese in Schleifen abzusuchen, nicht aus dem Wind zu wenden und sich nach dem Wendepfiff in eine andere Richtung schicken zu lassen. Da wir gleichmäßig beständige und ordentliche Leistungen erbrachten meldete mich mein Frauchen, nach 3 Monaten Ausbildung, zur HZP (Herbstzuchtprüfung) an, die ich auch mit einem Alter von 13 Monaten bestand . Ein Wochenende später bestand ich auch meine Brauchbarkeitsprüfung.

 

 

Im nächsten Jahr ging es, nachdem mein Frauchen ihren Jagdschein gemacht hatte, mit der Ausbildung zur VGP (Verbandsgebrauchsprüfung) weiter.

Zweimal wöchentlich ging es in verschiedene Revierteile, um in den Fächern Wald-, Feld- und Wasserarbeit zu trainieren. Hier wurden mir die Grundlagen für das Stöbern, Buschieren, Verhalten auf dem Stand, Wasserarbeit und die Schweißarbeit beigebacht. Wegen der vielfältigen Prüfungsfächer, im Besonderen aber im Hinblick auf die hohen Anforderungen in diesen einzelnen Fächern, erstreckt sich die Prüfung VGP über zwei Tage. Diese Prüfung gilt als Meisterprüfung, und es werden sehr strenge Maßstäbe gesetzt. Die Verbandrichter kommen aus den einzelnen Zuchtverbänden. Ich bestand die Prüfung mit Bravour mit 304 Punkten im 2. Preis, da ich leider einmal von der Schweißfährte abkam.

Kurz danach machten wir auch noch unsere Bringtreueprüfung (Btr.). Wir bekamen bei der Prüfung einen Platz vor einer  richtig dicken Dickung zugewiesen, von dem ich geschickt wurde. Aber ich enttäuschte mein Frauchen nicht und kam bereits nach 3 Minuten mit einem 6,5kg Fuchs wieder zurück.

Im Frühjahr 2006 hat Sam auch seine Einzelsuche im ersten Preis bestanden. Bei der Einzelsuche soll der englische Vorstehhund seine rassetypischen Eigenschaften bei der Arbeit vor dem Schuß zeigen.

Sam ist ein äußerst passionierter Jagdhund geworden ohne die erforderliche Sachlichkeit in Vergessenheit zu bringen. Er ist in jeder Situation bereit zu arbeiten und seine Führerin zufrieden zu stellen.

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Man kann in Tiere nichts hineinprügeln

Aber man kann manches

aus Ihnen herausstreicheln

 -Astrid Lindgren-

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