Was ist HZP eigentlich?  

Bei der Herbstzuchtprüfung (HZP) steht im Vordergrund die Feststellung der Entwicklung der natürlichen Anlagen des Junghundes im Hinblick auf seine Eignung und zukünftige Verwendung im vielseitigen Jagdgebrauch und als Zuchthund. Die Ausbildung des Jagdhundes i in der Feld- und Wasserarbeit soll zu dieser Zeit im wesentlichen abgeschlossen sein. Auf der HZP werden folgende Fächer geprüft:

Spurarbeit:     Die Spurarbeit wird auf der vom Hund nasenmäßig wahrgenommenen Spur des für ihn nicht oder nicht mehr sichtbaren Hasen geprüft. Zu beurteilen ist der Spurwille und die Spursicherheit.

Nase: Die feine Nase zeigt sich bei der Suche vor allem im häufigen Finden von Wild, durch weites Anziehen von Wird, durch kurzes markieren von Witterungsstellen des Wildes.

Suche: Bei der Suche ist der Hauptwert zu legen auf den Willen zum Finden. Daneben soll die Suche planmäßig und ausdauernd sein.

Vorstehen: Gefundenes Wild soll der Hund vorstehen oder vorliegen. Das sehr gute Vorstehen zeigt sich u.a. darin, dass der Hund dieses Wild so lange vorsteht oder vorliegt, bis sein Führer herangekommen ist oder das Wild abstreicht oder aufsteht.

Führigkeit: Die Art der Führigkeit zeigt sich in der Bereitschaft des Hundes, mit seinem Führer jederzeit Verbindung zu halten und sich freiwillig in dessen Dienst zu stellen.

Arbeitsfreude: Bei der Beurteilung der Arbeitsfreude kommt des auf die Arbeitslust und den Arbeitswillen an , den der Hund in allen Fächern zeigt.

Wasserarbeit: Die Wasserarbeit hat den Sinn, den Jagdhund auf seine spätere Aufgabe in der Praxis, d.h. vor allem auf die Nachsuche von Krank oder verendet in Wasser gefallenem Wasserwild vorzubereiten, d.h. Verlorensuche und Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer. Die Ente ist bei der Verlorensuche möglichst so zu platzieren, daß der Hund über eine freie Wasserfläche in die Deckung geschickt werden muß. Dem Führer wird von einem Ort aus, der mindestens 30 m von der Ente entfernt ist , die ungefähre Richtung angegeben, in der die Ente liegt. Der Hund soll von dort aus die Ente selbstständig suchen, er muß sie finden und seinem Führer zutragen. Beim Stöbern mit Ente wird die Ente in der Deckung ausgesetzt, ohne daß eine Anschuß markiert wird. Diese Vorbereitung darf der Hund nicht eräugen. Nach dem Aussetzen führen die Richter den Führer zu einem Punkt in Schrotschußentfernung vom Aussetzort und geben ihm die Richtung an. Hier fordert der Führer seinen Hund zur Nachsuche auf. Der Hund soll die Ente selbstständig suchen und finden. Sobald der Hund die Ente aus der Deckung drückt und sichtig verfolgt, ist sie vom Führer zu erlegen. Die erlegte Ente muß vom Hund selbstständig gebracht werden.

Bringen von Ente: Die Ausführung des Bringens als Ausdruck der übungsmäßig erlernten Fähigkeit, d.h. das Aufnehmen, Herantragen (Griff ohne Knautschen) und die Art des Ausgebens ist unter Art des Bringens zu zensieren.

Verlorenbringen von Federwild: Der Hund muss ein möglichst frisch geschossenes Stück Federwild bringen. Diese Arbeit darf nur bewertet werden, wenn das beschossene Stück Federwild in eine Deckung fiel, ohne das der Hund das Fallen eräugte. Der Hund soll vor dem Führer suchen und soll durch beherrschte Gangart und Gebrauch seiner Nase erkennen lassen, daß er verlorenfinden will.

Federwildschleppe: Die Schleppe ist von einem Richter auf bewachsenem Boden mit Nackenwind unter Einlegung von zwei stumpfwinkligen Haken, mindestens 150 m weit zu legen. Der Hund darf das Legen der Schleppe nicht eräugen. Der Hund soll willig und selbstständig finden, das gefundene Stück schnell aufnehmen und freudig bringen ohne weitere Beeinflussung durch den Führer.

Haarwildschleppe: Die Schleppe ist von einem Richter auf bewachsenem Boden mit Nackenwind unter Einlegung von zwei stumpfwinkligen Haken, mindestens 300 m weit zu legen. Der Hund darf das Legen der Schleppe nicht eräugen. Der Hund soll willig und selbstständig finden, das gefundene Stück schnell aufnehmen und freudig bringen ohne weitere Beeinflussung durch den Führer.

Art des Bringens: Unter Art des Bringens ist die Ausführung des Bringens zu zensieren. Das korrekte Aufnehmen und Tragen zeigt sich darin, daß der Hund seinen Griff nach Art und Schwere des Wildes einrichtet. Fehlerhaft ist zu starkes wie auch zu zaghaftes Zufassen, Halten und Tragen sowie Knautschen. Das korrekte Abgeben zeigt sich darin, daß der Hund mit dem gefundenen Wild freudig und willig zum Führer kommt, sich ohne oder auf einfaches (nicht lautes) Kommando des Führers bei ihm setzt und das Wild so lange ruhig im Fang hält, bis der Führer es ohne hastiges Zugreifen gefaßt hat und es ihm mit einem entsprechenden Kommando abnimmt.

Gehorsam: Der Gehorsam zeigt sich in der Lenkbarkeit des Hundes bei seiner Arbeit und darin, daß der Hund dem Befehl seines Führers (ruf, Pfiff oder Wink) sofort und willig folgt. Er zeigt sich auch darin, daß sich der Hund bei der Arbeit anderer Hunde ruhig verhält und damit beweist, daß er auf der Jagd seine Führer oder einen Mitjäger nicht stört.

Art des Jagens: Die Art des Jagens (spurlaut, sichtlaut, fraglich, stumm oder waidlaut) ist festzustellen. Spurlautes, sichtlautes oder stummes Jagen kann nur am Hasen oder Fuchs gewertet werden.

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