Was ist VGP eigentlich?

Von den auf VGP mit I., II. oder III. Preis ausgezeichneten und dadurch im Deutschen Gebrauchshundestammbuch eingetragenen Hunden ist zu verlangen, dass sie sich bei sachgemäßer Führung den Anforderungen der Praxis in allen Fächern gewachsen zeigen. Das setzt voraus, dass auf der VGP neben den Einzelleistungen großer Wert auf dei Feststellung und Bewertung einer gründlichen Abrichtung und Abführung im Gehorsam sowie auf jagdpraktische Erfahrungen der Prüflinge zu legen ist. Auf der VGP, die man als Meisterprüfung der Jagdhunde bezeichnen kann, soll also allein die Ermittlung und Feststellung der abgeschossenen Ausbildung, wie sie für den praktischen Jagdbetrieb notwendig ist, erfolgen. Der auf der VGP leistungsbewertete Hund muß so firm sein, dass ein guter Jäger, der mit der sachgemäßen Führung von Jagdhunden vertraut ist und Hunde weiter ausbilden versteht, mit einem solchen Hund waidgerecht jagen kann.

Bei der VGP wird zusätzlich neben den bereits bei der HZP verlangten Leistungen folgendes geprüft:

I. Waldarbeit:

Schweißarbeit: Bei der Schweißarbeit kann gezeigt werden: Reine Riemenarbeit auf der Übernacht- oder Tagfährte, Riemenarbeit mit anschließender Freisuche und Totverbellen oder Riemenarbeit mit anschließender Freisuche und Totverweisen. Die Mindestlänge beträgt bei der Riemenarbeit 400 m bei einem max. Schweißverbrauch von 1/4 Liter. Bei der Herstellung der Fährten sind zwei stumpfwinklige Haken und ein Wundbett einzufügen. Für die freie Arbeit des Totverbellers und Totverweisers wird von dem zweiten Wundbett aus die Fährte mindestens 200 m weiter verlängert. Dem Führer ist der Anschuß und die Fluchtrichtung (Fährtenbruch) zu zeigen. Der Schweißriemen muss während der Arbeit in seiner ganzen Länge abgedockt und mindestens 6 m lang sein. Bei der Bewertung kommt es darauf an, wie der Hund die Schweißfährte hält. Er soll sie ruhig, konzentriert und zügig, jedoch nicht in stürmischem Tempo arbeiten.

Verhalten am Stück: Der Riemenarbeiter wird nach erfolgreicher Arbeit unangeleint am Stück zurückgelassen. Hunde, die das Stück anschneiden oder vergraben, müssen ausscheiden. Der Totverbeller muss, nachdem er gefunden hat, beim Stück bleiben und innerhalb er nächsten 10 Minuten laut werden. Dann soll er mind. 10 Minuten lang seinen Führer rufen. Der Totverweiser muss das gefundene Stück alsbald verlassen, zu seinem Führer zurückkehren und ihm durch sein Benehmen anzeigen, dass er gefunden hat. Dann muss er seinen Führer frei zum Stück führen.

Bringen von Fuchs über Hindernis: Das Bringen wird an Gräben, Hürden usw. geprüft. Der Hund darf das Hindernis nicht durchwaten oder umgehen können. Das Hindernis muss sich in freier Wildbahn befinden. Der Graben muß mind. 80 cm tief und 1 m breit sein und steile Ränder haben. Die Hürde muss 70 bis 80 cm hoch sein. Der Hund soll nach einmaligem Befehl das Hindernis nehmen und den Fuchs ohne längeres Verweilen mit festem Griff aufnehmen und seinem Führer über das Hindernis bringen. Die verwendeten Füchse müssen ein Mindestgewicht von 3,5 kg aufweisen und naturbelassen sein ( mit voller Luntenlänge).

Haarwildschleppen: Die Arbeit auf den Haarwildschleppen wird mit Fuchs und mit Hase oder Kaninchen geprüft. Das Wild wird von dem mit etwas Bauchwolle bezeichneten Anschuß an einer Leine mindestens 300 m weit mit Einlegung von zwei stumpfwinkligen Haken geschleppt. Dann wird das geschleppte Stück bzw. ein anderes Stück der gleichen Wildart niedergelegt. Der Hund darf die ersten 20 m der Schleppe an der Leine arbeiten, dann muss der Führer schnallen und darf nicht weiter folgen. Auf der Schleppe ist zu beurteilen, ob und wie der Hund die Schleppe in nasenmäßiger Verbindung zu ihr hält, ob der finden und bringen will und ob er das Wild seinem Führer überhaupt zuträgt.

Bringen: Das Bringen ist die Art des Aufnehmens, Tragens und Abgebens von sämtlichem Wild bei der Prüfung auf den Schleppen, beim Verlorenbringen oder Verlorensuchen und gelegentlich der Jagdausübung während der Prüfung. Das korrekte Aufnehmen und Tragen zeigt sich darin, daß der Hund seinen Griff nach Art und Schwere des Wildes einrichtet. Fehlerhaft ist zu starkes wie auch zu zaghaftes Zufassen, Halten und Tragen sowie Knautschen. Das korrekte Abgeben zeigt sich darin, daß der Hund mit dem gefundenen Wild freudig und willig zum Führer kommt, sich ohne oder auf einfaches (nicht lautes) Kommando des Führers bei ihm setzt und das Wild so lange ruhig im Fang hält, bis der Führer es ohne hastiges Zugreifen gefasst hat und es ihm mit einem entsprechenden Kommando abnimmt.

Stöbern: Für die Stöberarbeit sind Dickungen oder Schonungen in Revierteilen zu wählen, die möglichst mit Niederwild gut besetzt sind, damit der Hund auch Gelegenheit hat, wirkliche Stöberarbeit an Wild zu zeigen. Der Hund soll hierbei das ihm zugewiesene Gelände gründlich durchstöbern. Jedem Hund wird ein frischer Revierteil zugewiesen und hat für die Arbeit höchstens 10 Minuten Zeit. Die Richter sollten sich bei dieser Prüfung zur einwandfreien Feststellung der Leistung des Hundes auf das Gelände verteilen. (z.B. eine Dickung umstellen). Sie haben vor allen Dingen festzustellen ob der Hund planmäßig stöbert.

Buschieren: Der Hund sollte dabei im Stangenholz, auf niedrigen Kulturen oder kurz bewachsenen Schlägen unter der Flinte suchen und sich leicht und ohne viele laute Kommandos von seinem Führer dirigieren lassen. Er soll planmäßig und ruhig buschieren, so daß ihm sein Führer hierbei gut folgen kann. Hierbei ist insbesondere die gute Verbundenheit zwischen Führer und Hund zu bewerten.

 

II. Wasserarbeit:

Die Wasserarbeit hat den Sinn, den Jagdhund auf seine spätere Aufgabe in der Praxis, d.h. vor allem auf die Nachsuche von krank oder verendet in Wasser gefallenem Wasserwild vorzubereiten, d.h. Verlorensuche und Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer. Die Ente ist bei der Verlorensuche möglichst so zu platzieren, daß der Hund über eine freie Wasserfläche in die Deckung geschickt werden muss. Dem Führer wird von einem Ort aus, der mindestens 30 m von der Ente entfernt ist , die ungefähre Richtung angegeben, in der die Ente liegt. Der Hund soll von dort aus die Ente selbstständig suchen, er muss sie finden und seinem Führer zutragen. Beim Stöbern mit Ente wird die Ente in der Deckung ausgesetzt, ohne daß eine Anschuß markiert wird. Diese Vorbereitung darf der Hund nicht eräugen. Nach dem Aussetzen führen die Richter den Führer zu einem Punkt in Schrotschussentfernung vom Aussetzort und geben ihm die Richtung an. Hier fordert der Führer seinen Hund zur Nachsuche auf. Der Hund soll die Ente selbstständig suchen und finden. Sobald der Hund die Ente aus der Deckung drückt und sichtig verfolgt, ist sie vom Führer zu erlegen. Die erlegte Ente muß vom Hund selbstständig gebracht werden. Beim Stöbern ohne Ente im deckungsreichen Gewässer soll der Hund seinen Finderwillen und auch seine Wasserfreudigkeit zeigen und die ihm zugewiesene Deckung gründlich absuchen. Diese Stöberarbeit soll sich auf höchstens 10 Minuten erstrecken.

Schussfestigkeit: Eine erlegte Ente wird, für den Hund sichtig, möglichst weit ins offene Wasser geworfen und der Hund zum Bringen aufgefordert. Während der Hund auf die Ente zuschwimmt, wird ein Schrotschuss auf das Wasser in Richtung der Ente abgegeben. Der Hund muss die Ente selbstständig bringen. Ein Hund, der hierbei versagt darf nicht weiter geprüft werden.

Bringen von Ente: Die Ausführung des Bringens als Ausdruck der übungsmäßig erlernten Fähigkeit, d.h. das Aufnehmen, Herantragen (Griff ohne Knautschen) und die Art des Ausgebens ist unter Art des Bringens zu zensieren.

Verlorenbringen von Federwild: Der Hund muss ein möglichst frisch geschossenes Stück Federwild bringen. Diese Arbeit darf nur bewertet werden, wenn das beschossene Stück Federwild in eine Deckung fiel, ohne daß der Hund das Fallen eräugte. Der Hund soll vor dem Führer suchen und soll durch beherrschte Gangart und Gebrauch seiner Nase erkennen lassen, daß er Verlorenfinden will.

 

III. Feldarbeit:

In dieser Gruppe sind folgende Fächer zu prüfen:

Nasengebrauch: Merkmale eines guten Nasengebrauches bei der Suche sind u.a. gutes Ausnutzen des Windes, schnelles und häufiges Finden von Wild, gelegentliches markieren von Vogelwitterung, rasches Festmachen von Hühnern im Nachziehen, weites Anziehen von Wild.

Suche: In erster Linie kommt es auf den Finderwillen, daneben auf die Planmäßigkeit. Die Suche soll außerdem flott und ausdauernd sein. Ferner ist zu berücksichtigen, wie sich der Hund bei seiner Arbeit lenken lässt und ob er die vernommenen Befehle seines Führers befolgt.

Vorstehen: Hoch zu bewertendes Vorstehen zeigt sich darin, daß der Hund wenn er festliegendes Wild gefunden hat, es solange ruhig vorsteht oder vorliegt, bis sein Führer in ruhiger Gangart herangekommen und neben ihm ist und ohne Übereilung zum Schuss kommen kann.

Manieren am Wild und Nachziehen: Neben dem Vorstehen sind die schönen Manieren und das nachziehen am Wild ein wertvoller Bestandteil der Feldarbeit. Die guten Manieren des Hundes zeigen sich in seinen angespannten und dabei eleganten Bewegungen und der ausdrucksvollen Haltung seines Kopfes, seines Körpers und seiner Läufe, sobald er Wildwitterung in die Nase bekommt. Das nachzeihen soll der Hund zeigen, wenn er bei seiner Suche auf ein frisches Geläuf stößt oder federwild vor ihm abläuft. Er soll dann durch ruhiges Nachziehen und schließlich Festmachen des Wildes oder durch zielbewusstes Umschlagen erkennen lassen, daß er genau weiß, wie er den Führer am sichersten zu Schuss bringen kann.

Federwildschleppe: Die Schleppe ist von einem Richter 200 m weit auf bewachsenem Boden unter Einfügung von zwei stumpfwinkligen Haken zu legen.

Verlorenbringen von Federwild: Der Hund muss ein möglichst frisch geschossenes Stück Federwild bringen. Diese Arbeit darf nur bewertet werden, wenn das beschossene Stück Federwild in eine Deckung fiel, ohne daß der Hund das Fallen eräugte. Dem Führer wird in einer Entfernung von 40 - 50 m und gegen den Wind die ungefähre Richtung angegeben, in der das Stück fiel. Der Hund soll vor dem Führer suchen und soll durch beherrschte Gangart und Gebrauch seiner Nase erkennen lassen, daß er Verlorenfinden will.

Bringen von Federwild: Die Ausführung des Bringens als Ausdruck der übungsmäßig erlernten Fähigkeit, d.h. das Aufnehmen, Herantragen (Griff ohne Knautschen) und die Art des Ausgebens ist unter Art des Bringens zu zensieren.

IV. Gehorsam:

In dieser Fachgruppe sind folgende Fächer zu prüfen:

Allgemeines Verhalten - Gehorsam: Der Gehorsam ist Ausdruck einer sauberen und gründlichen Ausbildung und ist Vorraussetzung für jede jagdliche Brauchbarkeit des Hundes. Der Gehorsam zeigt sich darin, daß sich der Hund während der Arbeit anderer Hunde ruhig verhält, nicht fortwährend an der leine zerrt, winselt oder jault usw. und damit beweist, daß er auch auf der Jagd Führer und Mitjäger nicht stört.

Verhalten auf dem Stand: Beim Verhalten auf dem Stand während des Treibens werden die Führer mit ihren Hunden - diese angeleint oder frei - als Schützen an einer Dickung angestellt, während andere Personen die Dickung mit dem üblichen Treiberlärm durchgehen. Hierbei muss in der Dickung mehrfach geschossen werden, auch muss der Führer mindestens zweimal schießen. Der Hund soll sich bei dieser Prüfung ruhig verhalten, er soll nicht winseln, darf nicht Hals geben, an der Leine zerren oder ohne Befehl vom Führer weichen. Der angeleinte Hund kann bei dieser Prüfung höchstens das Prädikat "gut" erhalten.

Leinenführigkeit: Der angeleinte Hund soll dem durch Stangenholz oder Kulturen gehenden Führer so folgen, daß er sich mit der Umhängeführleine nicht verfängt und den Führer nicht am schnellen Vorwärtskommen hindert.

Folgen frei bei Fuß: Das Folgen frei bei Fuß wird auf einem Wald -oder Pirschweg in der Weise geprüft, daß der unangeleinte Hund seinem Führer ohne lautes Kommando dicht hinter oder neben dem Fuß folgt. Er muss mindestens 50 m gehen und muss mehrfach stehen bleiben, wobei der Hund ebenfalls sofort verhalten soll.

Ablegen: Der Führer legt seinen Hund 100 m entfernt frei oder bei einem Gegenstand, z.B. Rucksack, Jagdtasche, ab. Dabei gibt er ihm durch Zeichen oder leisen Befehl zu verstehen, daß er liegen bleiben muss. Alles muss in größter Stille geschehen. Danach entfernt sich der Führer pirschend und begibt sich an einen Punkt, wo ihn der Hund nicht mehr eräugen oder vernehmen kann. Hier gibt er zwei Schrotschüsse in einem Abstand von mindestens 2 Sekunden ab. Der Hund hat hierbei auf seiner Stelle zu bleiben, bis er vom Führer dort abgeholt wird. Jagdmäßiges Verhalten und Ruhe des Hundes entscheiden das Prädikat für dieses Prüfungsfach.

Benehmen vor eräugtem Federwild: Der Hund soll, ohne daß es einer Einwirkung bedarf, abstreichendem Federwild nicht nachprellen.

Benehmen vor eräugtem Haarnutzwild: Der Hund soll sich von dem Verfolgen von Haarnutzwild durch Ruf, Pfiff oder scharfem Befehl seines Führers abhalten lassen.

Schussruhe: Die Beurteilung der Schussruhe ist nur bei abstreichendem oder flüchtendem Wild möglich, welches der Hund mit dem Auge wahrgenommen hat. Die Schussruhe ist sehr gut, wenn der Hund nach einem Schuss auf abstreichendes oder flüchtendes Wild nicht nachprellt. Bei Federwild soll der Führer nicht auf den Hund einwirken.

 

Zurück