Lange habe ich mich dem Hundesport verweigert. Erst durch Sam, dem zwei oder drei Stunden Spaziergang als Beschäftigung einfach nicht ausgereicht haben und man auch nicht jeden Tag den Hund jagdlich fordern kann, habe ich mich mit Obedience und Agility auseinandergesetzt. Dem Hund fehlte es einfach an Aufgaben, die nicht nur seine Muskulatur, sondern auch seine grauen Zellen forderten.

Wenn man einmal gesehen hat, mit welch einer Begeisterung der Hund bei der Sache ist, ist man diesen Sportarten eigentlich schon verfallen. Dann versteht man auch, warum immer mehr Menschen Hundesport zu Ihren Hobby machen. Und das Schöne daran ist: Es macht nicht nur dem Hund Spaß. Der Mensch hat mindestens genauso soviel Freude dabei. Und ganz nebenbei hält man sich auch geistig und körperlich fit.

Der Hundesport wird seitens der Jäger oft belächelt, stellt jedoch eine sehr sinnvolle Ergänzung zum jagdlichen Einsatz dar. Es ist dabei relativ egal, für welchen der verschiedenen Sportarten man sich entscheidet. Vielmehr gilt es, zusammen mit dem Vierbeiner die Übungen durchzuführen und sich gemeinsam über die Fortschritte und Erfolge zu freuen. Somit wird die Bindung zwischen Führer und Jagdhund gefördert und gefestigt. Die Kommunikation zwischen Beiden  wird gestärkt und verfeinert. Der Hund muß auf die Körperhaltung des Führers und auf die kleinsten Kommandos achten, die ihm sagen, was er zu tun hat. Aufgrund der Belohnung und der Freude des Führers am Ende jeder Übung wird der Hund jederzeit bereit sein, sein Bestes zu geben. Im Hundesport heißt es, gemeinsam gegenüber dem Hund tolerant zu sein und auch kleine Fehler gelegentlich zu ignorieren. In erster Linie muss das Gespann Spaß am gemeinsamen Arbeiten haben. Auch geht es im Hundesport nicht allein darum, in Turnieren oder Wettkämpfen erfolgreich zu sein, sondern um die Erfolge innerhalb des Trainings. Denn gerade diese kleinen Erfolgserlebnisse festigen das Band zwischen Führer und Hund.

 Bei Obedience zählt nicht Geschicklichkeit oder Schnelligkeit, sondern vollendete Harmonie im Hund-Mensch-Team. Im Gegensatz zum "Schema F" bei der herkömmlichen Begleithundeausbildung gestalten sich die Übungen für Mensch und Hund viel abwechslungsreicher. In England und den USA längst ein Breitensport, wird die "Hohe Schule des Gehorsams" auch bei uns immer bekannter.

 

Die Begleithundeprüfung- A haben wir im Frühjahr 2002 beim SV Voerde bestanden, die im übrigen Vorraussetzung für Turnierstarts im Hundesport sind.

Im Juni 04 startete ich auf meinem ersten Obedienceturnier in der Beginner-Klasse mit dem Ergebnis V 1 mit 304 Punkten. Im Sept. 04 erreichten wir in der Klasse 1 ebenfalls ein vorzüglich und haben somit die Qualifikation in der Klasse 2 zu starten. 

Die Turniersaison 2005 begannen wir im März 05 mit einem zweiten Start in der Klasse 1 und erhielten ebenfalls ein vorzüglich mit 280,50 Punkten.

Im April und im Mai 05 starteten wir in der Klasse 2 und erhielten jeweils ein Vorzüglich auf dem ersten Platz. Mit diesen Ergebnissen hatten wir uns für die Bundessiegerprüfung qualifiziert.

Auf der Bundessiegerprüfung Ende Juli 05 starten zu dürfen war ein tolles Erlebnis. Wir waren das erste Mal auf einer so einer großen Prüfung und wir waren beide mächtig aufgeregt. Hier ein paar Prüfungsimpressionen:

In diesem Jahr starteten wir erstmalig in der höchsten Obediencestufe der Klasse 3 und erzielten im Mai ein vorzügliches Ergebnis mit 262,5 Punkten.

 

Auch Agility gehört bei uns zu einer abwechslungsreichen Freizeitbeschäftigung:

   

                  

Agi|li|ty (Agi|li|tät): hervorgegangen aus dem lateinischen agilitas, was so viel heißt, wie «Beweglichkeit, Schnelligkeit» beschreibt eine temperamentbedingte Beweglichkeit, Lebendigkeit, Regsamkeit (frei nach dem Duden)

Das Frustrierendste an diesem Sport ist die Tatsache, dass der Schwachpunkt im Duo Zwei- und Vierbeiner, leider wieder der Mensch darstellt. Man glaubt gar nicht, wie wenig man seinen eigenen Körper unter Kontrolle hat, wenn man versucht seinem Hund mit minimaler Körpersprache die Richtung zu weisen, ohne sich beim Sturz über eine im Weg stehende Hürde den Hals zu brechen.

Trotz aller Hindernisse, die sich Hund und Begleiter in den Weg stellen: Agility macht einfach Spaß. Man beschäftigt sich intensiv mit seinem Hund, wächst zusammen und hält sich nebenbei noch fit.

Inzwischen haben wir die Startberechtigung für die Klasse 3, indem wir neben etlichen Platzierungen im Jumping drei platzierte A-Läufe in der Klasse 2 vorweisen konnten.

Wir trainieren  beide Sportarten  im Hundesportclub Kempen.

Im Jahr 2009 haben wir uns für die Bundesiegerprüfung im Agility qualifiziert.

 

Abkühlung nach dem Training, Sam mit seiner Agility-Freundin Gillary´s Darnette
Abschlussfoto nach einem Agilitity-Seminar in Oberammergau im Januar 05 mit  Emil Vervoort

Fotos von einem Agilityturnier im Sept. 05 in Oberhausen

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Um dominant zu sein,

müssen Sie Ihren Hund weder gewaltsam

unterwerfen noch besonders hart anfassen.

Ganz im Gegenteil:

Ein guter Rudelführer ist gelassen,

freundlich und tolerant.

Nur wessen Stuhl wackelt, hat es nötig,

sich aufzuregen und andere zu tyrannisieren.

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